17.03.2010

Gängeviertel im Gänsemarkt



Diskussionsveranstaltung im Gängeviertel zum Thema: „Kreative Freiräume ohne Gentrifizierung - ist das in Hamburg möglich?
"Wie gestalten wir die Stadt, in der wir leben wollen? - erster Teil der neuen Gängeviertel-Diskussionsreihe. Moderation: Michael Ziehl. Gäste: Prof. Dr. Jens Dangschat, Departement für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung der TU Wien
und Klaus Overmeyer, Studio Urban Catalyst, Berlin



Hamburg 2010 © Feuerloescher TV


ergänzende Information zum Thema: Weiterleitung:
MITTEILUNG VOM 17.03.2010 AUS DEM GÄNGEVIERTEL:

Kunst im öffentlichen Raum

Hallo werte Mitbürger,

Sie stehen draußen und kommen nicht rein? Sie wundern sich? Wir auch!

Seit August 2009 setzt sich die Initiative KOMM IN DIE GÄNGE für „ordnungsgemäße Zustände“ ein, indem wir den Leerstand beendeten und die Häuser winterfest gemacht haben. Wir haben die Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht als Plattform für Kultur und Diskussionen über die Entwicklung der Stadt, als Ort der Produktion und Reflexion. Durch die dankenswerte Hilfe vieler HamburgerInnen, sowie Experten aus dem In- und Ausland ist so ein sinnvolles, notwendiges Stück Hamburg entstanden. Das Hamburger Bauprüfamt ist anderer Meinung und hat uns bis auf alle reinen Kunstausstellungen die weitere Nutzung untersagt. Unser Begriff von Kultur geht darüber jedoch weit hinaus.

Solidarisch schließen wir deshalb nun unsere Ausstellungen.


Keiner von uns und unseren Besuchern darf hier zu Schaden kommen, dafür haben wir immer Sorge getragen. Das Viertel befindet sich in ständiger Weiterentwicklung, die derzeitige Situation ist vorläufig. Wir haben bereits auf eigene Kosten Brand- und Schallschutzvorrichtungen installiert. Wir sind dabei, das Gängeviertel in einen „ordnungsgemäßen Zustand“ zu versetzen und bauliche Mängel zu beseitigen. Daran wollen wir weiter arbeiten – und das gerne in verständnisvoller Zusammenarbeit mit der Bauprüfbehörde.

Doch den Häusern bleibt nicht mehr viel Zeit.

Unser Nutzungskonzept steht. Wir warten.

Wir fordern die Bauprüfbehörde zu mehr Verständnis für unsere Situation und die Stadt Hamburg zu mehr Kreativität und zu aktiver Zusammenarbeit auf. Die Stadt Hamburg hat den Ermessensspielraum nicht kreativ genutzt sondern restriktiv interpretiert. Diese Denkstruktur der Hamburger Verwaltung auf andere kulturelle Flächen übertragen,würde in der Konsequenz bedeuten, die Dresdener Frauenkirche wieder zu einereingezäunten Ruine zurück zu bauen. Die Semperoper muss wieder Ochsenwiese werden, das Heidelberger Schloss wird sofort abgerissen, die Innenstadt von Lübeck geräumt und für jeden Publikumsverkehr geschlossen. An Lüneburg darf nur noch in 50 km Abstand vorbeigefahren werden und Quedlinburg wird sofort entkernt und anschließend mit Beton verfüllt - soweit es nicht abgerissen werden muss: Die Menschen sind umgehend anderweitig unterzubringen.

Die in der Studie der BSU geforderten „Kreativen Milieus“ werden in Hamburg als
Selbstbedienungsladen für die städtischen Verantwortlichen begriffen.
Kreativität besteht im Wesentlichen aber aus dem Dialog. Auch und gerade die Verwaltung ist hier aufgefordert einen konstruktiven Umgang zu kultivieren. Dass sie dazu in der Lage ist, können wir ja bei vielen Bauprojekten in Hamburg erkennen, wo der steingewordenen, kommerziellen „Kreativität“ kaum Grenzen gesetzt sind und die Menschen sich fragen, wie das denn überhaupt jemals genehmigt werden konnte. Wir lassen uns von dieser restriktiven, politischen Praxis nicht entmutigen....



Wir machen weiter! Wir gehen in den öffentlichen Raum!

Jetzt kommen wir erst recht in alle Gänge!

http://das-gaengeviertel.info

ergänzende Information vom 19.03.2010
PRESSEMITTEILUNG AUS DEM GÄNGEVIERTEL :


Wie in den letzten Tagen in den lokalen Medien berichtet wurde,
haben wir die Ausstellungsräume des Gängeviertels aus Solidarität zu den anderen Veranstaltungsorten für die Öffentlichkeit geschlossen. (Näheres hierzu im Anhang)
Bis auf Weiteres haben wir alle anstehenden Veranstaltungen in den öffentlichen Raum verlegt.

Für den kommenden Samstag planen wir diese Strategie auf den Ausstellungsbetrieb auszuweiten...

Eröffnung: Samstag, den 20. April 2010 ab 18 Uhr
Dauer: Wir gehen davon aus das ein Großteil der Arbeiten noch am gleichen Abend wieder abgebaut werden muß.

bisher mit und von
Künstlern des Gängeviertels
Fotodiplomanden aus der Armgartstraße
Lukaz Chobok
Ute Diez
Till F.E. Haupt
Judith Kuhlmann
Igor Meier
Robin Romanski
Till Schwieker
Wald
Nina Wiesnagrotzki

und vielen, vielen mehr

Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Euer Gängeviertel


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