01.04.2010

Schleichen gegen Ikea in Altona



What will happen, if thousands of cars will drive to IKEA in Altona?
 The Initiative "Kein Ikea in Altona (no ikea in altona) gives us an
impression how it could be.

Was würde passieren wenn tausende Autos zu Ikea nach Altona
kommen? Läuft der Verkehr? Abgesehen vom Feinstaub und dem Lärm ?
 
"Schleichen gegen Ikea und den Masterplan"  ist eine Aktion von der
Stadtteilinitiative "Kein Ikea in Altona!" - und zeigt was passieren könnte.


ein Aktualitätenfilm von Feuerloescher TV
Cam: FX & SKROLLIWOOD | Musik: Bad IDEA © Hamburg 2010 | lenght: 3 minutes


videostill- erdgeschoss frappant - oktober 2009


ERGÄNZENDE INFORMATION ZUM THEMA:
Pressemitteilungen von der Initiative "Kein Ikea in Altona":

Hamburg, 26. März 2010 - Pressemeldung
Freiraum für Bewegung?
In der Woche vom 22.3-27.3.2010 hat die Stadtteilinitiative „Kein Ikea in Altona!“ unter dem Titel: „Wie viel Elch verträgt die Elbchaussee? Schleichen gegen Ikea & Masterplan “ die BürgerInnen Altonas dazu aufgerufen, an einer Fahrradtour durch das Viertel teilzunehmen.

Ein Ziel der Aktion ist es, auf die jetzt schon vorhandene extreme Belastung des Stadtteils durch Autoverkehr aufmerksam zu machen. Eine Verdoppelung der Belastung durch Ikea Kunden, durch den Verkehr der Elbrandbebauung, das neue Fährterminal würde jedes erträgliche Maß überschreiten.
 
In den ersten drei Tagen der Aktion wurde, trotz genereller Erlaubnis nach §27 StVO, von der Polizei jegliches Bewegen der Fahrrad-Gruppe auf öffentlichen Straßen verboten. Ein extrem massives Polizeiaufgebot unterstellte der Initiative ausschließlich die Absicht „gefährlich“ in den Straßenverkehr „eingreifen“ zu wollen! Das obwohl der Anlass aus vorlie- genden Flyern und einem Pressetext der Polizei längst bekannt waren.
 
Zur „Gefahrenabwehr“ wurden die Personalien der BürgerInnen aufgenommen, die lediglich Fahrrad fahren wollten! Es wurde, nach unserer Ansicht, sehr klar dass es von vornherein in der Absicht der Versammlungsbehörde lag, die Aktionen auf jeden Fall zu verhindern.

Wir empfinden das doppelte Missachten von BürgerInnenrechten eindeutig als Skandal!

Um uns vor weiteren staatlichen Repressionen zu schützen haben wir, obwohl rechtlich keine Notwendigkeit dafür besteht, uns für gerichtliche Schritte aber das Geld fehlt, die Fahrradtour für den 25.3. als politische Demonstration durchgeführt, dafür aber hingenommen, dass beide folgende Veranstaltungen verboten werden. Am 25.3. führte die Tour, begleitet von einem nach wie vor unverhältnismäßig großem Polizeiaufgebot, mit rund 35 FahrradfahrerInnen unter anderem über Elbchaussee, Behringstraße und Max-Brauer-Allee. Die in gemäßigtem Tempo sich bewegenden FahrradfahrerInnen sorgten für kurzzeitig, nicht mehr als 5 Minuten, gesperrte Kreuzungen. Der auf der Gegenfahrbahn entstehende mehr als 1,5 km lange Rückstau simulierte deutlich, wie extrem die Zuführungsstraßen, die teils mitten durch geschlos senes Wohngebiet führen, jetzt schon belastet sind.
Durch die Ansiedlung Ikeas werden täglich tausende Kfz zusätzlich über die Straßen unseres Stadtteils rollen. Schon allein durch die Baumaßnahmen im Rahmen der Umsetzung des Masterplans werden sich Straßenführungen voraus- sichtlich langfristig ändern und teilweise langzeitig gesperrt sein. Die Aussagen auf Grundlage des bestehenden Verkehrsgutachtens zum geplanten Bau des Ikea-Klotzes in der Großen Bergstraße, die lediglich kleine Änderungen in den Ampelschaltungen zur Verkehrssteuerung als ausreichend bewerten, wurden mit diesem minimalem Eingriff widerlegt.

Wir haben bereits ein Verkehrsproblem!
Die Bewohner des Stadtteils müssen vor den Lärm- und Umweltbelastungen, die Ikea in Altona mit sich bringen würde, geschützt werden. Der Wunschtraum des Bezirks, der Aus- und Neubau von Straßen, würde vielleicht das Stauproblem lösen, aber er würde, in einem ohnehin schon stark belasteten Stadtteil, unerträgliche Lebensumstände vor allem für die erzeugen, die es sich nicht im entferntesten leisten können in die geplanten Eigentums-Luxusenklaven in Altona-Nord und Mitte, oder auf das dann ehemalige Bahngelände (Hafencity West!) umzuziehen.
Eine Stadt, die Menschen mit geringem Einkommen das Recht auf gutes Leben in der Stadt versagen will, die die Ansiedlung von Investoren forciert, die tausende von Autos pro Tag mehr in die westliche Innenstadt zieht, verdient nicht die Auszeichnung „Umwelthauptstadt 2011“! Kein Ikea in Altona!


16.03.2010
KünstlerInnen kaserniert - Soziale Frage gelöst?
In der vergangenen Woche mussten die KünstlerInnen des Frappant e.V. das Gebäude Frappant verlassen, um in die teilweise leer stehende Viktoria-Kaserne umzuziehen – die vom Bezirk geschaffenen Sachzwänge und der öffentliche Druck im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Ikea ließen ihnen kaum eine andere Wahl. 

( Hierzu eine nachträgliche Bemerkung von Feuerloescher TV als EXFRAPPANTi :
"Nicht alle sind mitgegangen! Viele der KÜNSTLER sind immernoch auf der Suche nach neuen Ateliers. Wie wir - die FilmemacherInnen und Produzentinnen von Feuerloescher TV haben sich einige KünstlerInnen aus unterschiedlichen Gründen gegen die Kaserne entschieden! )


Jahrelang wurde das Frappant-Gebäude beheizt, im Winter 09/10 war das nicht mehr gewollt. Dass die KünstlerInnen trotz klirrender Kälte monatelang in dem Gebäude ausharrten und Ausstellungen und Kulturpartys veranstalteten, ist ihnen hoch anzurechnen. Sie blieben, bis ihnen das Wasser aus den geplatzten Rohren wortwörtlich bis zum Hals stieg. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als nach dem „Strohhalm“ Viktoria-Kaserne zu greifen, auch wenn sie sich so als künstlerische Verschiebemasse in die Hand der Stadt begeben. Die KünstlerInnen haben ihre Funktion als Zwischennutzer in der Großen Berg - straße erfüllt, nun können sie gehen, um der nächsten Phase der Aufwertung Platz zu schaffen.

Verschiebebahnhof Altona
Der Umzug in die Viktoria Kaserne ist wiederum nur auf eine Zwischennutzung ausgelegt. Die Räume sind wenig für die Aufgabe von Kunst, öffentlich zu sein, geschaffen, der Mietvertrag auf 12 Monate begrenzt. Die sozialen Projekte, die sich für die Viktoria-Kaserne beworben haben – eine Alten-WG, betreutes Wohnen, Hospizplätze, Suchthilfevereine und eine Stadtteilschule – müssen nun wiederum ein Jahr auf die Umsetzung ihrer Projekte warten. Hier wird das Problem nur zeitlich und räumlich verschoben. Nach Ablauf des Jahres können die Künstler eventuell im Kulturbahnhof Quartier nehmen, um das auf dem Bahnhofsge - lände geplante Neubauviertel in Zukunft „kreativ aufzuwerten“. Die gesellschaftliche Aufgabe von Kunst ist nicht die Schmückung und Verhüllung von Profitinteressen, der Enteignung von Allgemeineigentum. Demokratische Gesellschaften brauchen freie, außerhalb ökonomischer Zusammenhänge wirkende Kunst als reflexives Instrument.

Vom Goethe-Platz zum Ikea-Platz?
Das Problem der Ikea-Ansiedlung ist nicht losgelöst zu betrachten von den sozialen Bedingungen in diesem Stadtteil. Stadtentwicklung darf nicht in die Hände multinationaler Konzerne als „Allheilsbringer“ gegeben werden, die einer umfassenden Privatisierung öffentlichen Grunds Vorschub leisten. Wir fordern nach wie vor die Errichtung eines Stadtteilzentrums, den Bau von Sozialwohnungen, die den Menschen vom Senat versprochen wurden, die Ansiedlung von Stadtteil-orientiertem Kleingewerbe und Einzelhandel zu dauerhaft günstigen Mieten. Dazu braucht es Zeit – Zeit um fundierte und gleichberechtigte Perspektiven und Handlungsstrukturen zu entwickeln. Wir fordern einen sofortigen Planungs- und Baustopp für alle Maßnahmen und Vorhaben im Bereich des Masterplan Altona, das schließt alle Planungen auf dem Bahnge - lände, den Volkspark, den Autobahndeckel und die Planungen eines Luxusstandorts in Bahrenfeld mit ein!

link zur homepage von derStadtteilinitiative KEIN IKEA IN ALTONA

Videos: Diese Woche am meisten geguckt